Die Geschichte des Rock’n’Roll und Boogie Woogie

 

Die Geschichte des Rock´n´Roll begann in den 20er Jahren in Amerika: Swing und Blues kamen als neue Musikrichtungen und Tanzarten auf. Beide Musikarten basieren auf dem 4/4- Takt, der auch die Grundlage des Boogie-Woogie ist. Obwohl bereits vorher Schallplatten mit Rock´n´Roll-Musik veröffentlicht wurden, gilt die Aufnahme des Titels „Rock around the Clock“ von Bill Haley & the comets am 12.April 1954 als Geburtsstunde des Rock´n´Roll .
Dieses Lied war der erste internationale Rock´n´Roll – Hit. In der Blütezeit des Rock´n´Roll der 50´er Jahre zog eine Modewelle mit Röhrenhosen, Ringelsocken, Petticoats, pomadiger Entenschwanzfrisur, Schmalzlocke und Pferdeschwanz nach sich. Er bedeutete in diesen Jahren eine Befreiung von den Zwängen des Alltags und Opposition gegen das „Althergebrachte“. Daher galt er als unmoralisch, wurde als „Affentanz“ bezeichnet und blieb lange Zeit ein Kellerkind des Tanzes, das nur in Diskotheken und einschlägigen Lokalen zu Hause war. Dort tanzten die Jugendlichen dafür mit großer Begeisterung. Man lernte von Könnern durch Abschauen und Zeigenlassen, wodurch sich der Tanz verbreitete.
So war es nur natürlich, das bald die ersten Wettbewerbe veranstaltet wurden. Bereits 1956 fand die erste Deutsche Meisterschaft im Jitterbug und Rock´n´Roll in Berlin statt. In München wurde 1972 die erste Münchener und Bayerische Meisterschaft ausgetragen. Von da an begann reges Leben in den Rock´n´Roll-Clubs.

Nach der Gründung von zwei konkurrierenden Rock´n´Roll-Verbänden entwickelte sich der Rock´n´Roll-Tanz in Deutschland in seine heutige sportliche Richtung. 1983 schlossen sich die beiden Verbände zum Deutschen Rock´n´Roll Verband e.V. (DRRV) zusammen. Der DRRV ist eigenständiger Fachverband im Deutschen Tanzsportverband (DTV) und Mitglied im Sportbund (DSB). Ziel des DRRV ist es, „den Rock´n´Roll – Tanzsport in allen verwandten Stilarten im Breiten- und Wettkampfsport zu pflegen, zu fördern und seinen individuellen Charakter zu wahren….“ (Auszug aus der Satzung des DRRV). Die Musik und der Tanz haben sich etabliert. Durch die Festlegung und Vereinheitlichung von Schritten, Tanz- und Akrobatikfiguren gehört der Rock´n´Roll auch heute wieder zu den modernen Tänzen. Neben dem Freizeitvergnügen entwickelte er sich außerdem zu einer Hochleistungssportart, die Jahr für Jahr neue Anhänger findet.
Die zweite große Ära des Rock´n´Roll dauert nun schon 20 Jahre und es ist noch kein Ende abzusehen.


Rock’n’Roll in der Neuzeit

Rock´n´Roll ist ein Paartanz mit Akrobatik. Ein Turnierpaar steht damit konkret vor der Aufgabe, einen Tanz auf Basis des Sprungschrittes mit unterschiedlichen Tanzfiguren zu zeigen, indem Akrobatik-Elemente nahtlos eingebunden sind. Ein solcher Tanz soll im Takt der Musik fehlerfrei und gleichzeitig harmonisch und locker dargeboten werden.
Um dies zu erreichen trainieren die Tanzpaare zwischen zwei- und fünfmal pro Woche, wobei ein Training eine abendfüllende Angelegenheit ist. Um zuerst als Basis das Rock´n´Roll – Tanzen zu lernen und dann schrittweise an die Akrobatik mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad herangeführt zu werden, ist der Rock´n´Roll – Tanzsport in verschiedene Tanzklassenunterteilt.

Es gibt im Rock’n’Roll nicht nur Turniere sondern auch Breitensportwettbewerbe.

 


Boogie Woogie

Boogie Woogie war der Tanz aus den 40er und 50er Jahren, aus dem sich dann Jive und Rock’n’Roll entwickelten. Boogie Woogie ist die Rückbesinnung auf die Ursprünges des Tanz der 40er und 50er, beim dem nicht Akrobatik und Stilistik im Vordergrund steht, sondern es vielmehr darum geht, die Musik auf tänzerische Art und Weise zu interpretieren. Seine Wurzel hat der Boogie Woogie in Lindy Hop und Charleston sowie Anleihen aus dem Blues.

Der Boogie-Woogie stammt somit aus den Schwarzenvierteln Nordamerikas. Die Texte der Boogie-Woogie-Musik handeln hauptsächlich von Liebe, Treue, Leid und Schmerz. Dies interpretieren die Tanzpaare dann auch auf der Tanzfläche. Besonders beim langsam getanzten Slow Boogie umwirbt Er seine Partnerin und Sie versucht sich möglichst sexy darzustellen.

Beim schnell getanzten Boogie-Woogie soll Lebensfreude und Spaß am Tanzen auf alle überspringen. Die Musik der wilden 50er galt damals als Auflehnung gegen die verstaubten Ansichten der Eltern und der Politik. Der Krieg war zu Ende und man wollte endlich wieder das Leben genießen.
Schon früh entwickelte sich der Boogie Woogie auch zum Turniertanz, dennoch ist selbst bei den Turnieren nicht der Erfolg im Vordergrund, sondern einfach nur die Freude am Tanzen.

Im Gegensatz zu Latein- und Standardturnieren singt, klatscht und swingt das Publikum lautstark mit. Außerdem wird die Musik spontan und individiuell interpretiert, d.h. es gibt anderes als in vielen andern Tanzrichtungen keine vorher festgelegte Folge!